Köthener BACH Akademie

Unsere Lehrenden

Die Lehrenden der Köthener BACH Akademie vereinen vielfältige künstlerische Hintergründe und schöpfen aus einem reichen Erfahrungsschatz. Was sie verbindet, ist ihr leidenschaftliches Engagement für eine lebendige, zeitgemäße Konzertkultur sowie ihr Einsatz für die Förderung von Talenten.

image

Katharina Bäuml

Barockoboe/ Historische Blasinstrumente

Katharina Bäuml

Katharina Bäuml, geboren in München, studierte zunächst moderne Oboe und legte ihr Diplom „mit Auszeichnung“ ab. Daneben studierte sie Barockoboe und historische Rohrblattinstrumente an der Schola Cantorum in Basel und schloss auch hier „mit Auszeichnung“ ab.

Seitdem spezialisierte sich Katharina Bäuml in verschiedenen Bereichen der Alten Musik. Ihr ganz besonderes Interesse gilt der Bläsermusik des 15.-17. Jahrhunderts. Folgerichtig gründete sie 2005 sie „Capella de la Torre“, das heute wichtigste deutsche Ensemble für Renaissancemusik. Die Gruppe hat bislang 37 CD-Einspielungen vorgelegt: 2016 erhielt Katharina Bäuml mit Capella de la Torre den ECHO Klassik als Ensemble des Jahres für die CD "Water Music". 2017 und 2018 folgten ein weiterer ECHO und ein OPUS Klassik für die Alben "Da Pacem- Echo der Reformation" (zusammen mit dem Rias Kammerchor, geleitet von Florian Helgath)  und "Serata Venexiana". 2023 golgte ein weiterer OPUS Klassik für das Album "Monteverdi MEMORIES".

Katharina Bäuml widmet sich aber nicht nur der Alten Musik, sondern ebenso der zeitgenössischen Musik auf historischen Instrumenten. Seit 2010 entstanden so zahlreiche Kompositionen für das Duo „Mixtura“, u.a. zu hören beim Berliner Festival „Ultraschall“.

Als Leiterin mehrerer Festivals und Konzertreihen initiiert Katharina Bäuml immer wieder Begegnungen zwischen Musik der frühen Neuzeit und Jazz. So ist sie u.a. künstlerische Leiterin der Konzertreihe „Musica Ahuse“ in der romanischen Klosterkirche Auhausen (Bayern), in der jährlich renommierte Spitzenensembles der alten Musik auftreten. In Niedersachsen leitet und verantwortet Katharina Bäuml die Reihe "Renaissancemusik an Elbe und Weser" und in Berlin das neu konzipierte Festival "SOUNDING COLLECTIONS".

Besonders wichtig ist Bäuml auch die Vermittlung von Musik in unterschiedlichen Kontexten und an heterogene Zielgruppen. Genauere Infos und Beispiele dazu finden sich u.a. im Education-Bereich von Capella de la Torre und der Studio4Culture/ACADEMY.

Seit 2020 ist Katharina Bäuml Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin der interaktiven Internetplattform www.studio4culture.net, auf der regelmässig neue interaktive Konzertformate enstehen.

Foto: Cathrin Bauer

Prof. Clara Blessing

Prof. Clara Blessing

Barockoboe/ Historische Blasinstrumente

Prof. Clara Blessing

Bereits in jungen Jahren hat sich die Oboistin Clara Blessing einen hervorragenden Namen als Spezialistin für historische Instrumente erworben. Seit dem 29. Lebensjahr als Professorin an der Würzburger Musikhochschule lehrend, ist sie derzeit zusätzlich Vizepräsidentin dieses Hauses, einer der ältesten Musikausbildungsstätten Deutschlands. Bei Konzerten bis in die USA, nach Russland, China und Japan berührt Clara Blessing Publikum und Presse gleichermaßen, wenn sie etwa „eindrucksvoll demonstrierte, warum in der Barockmusik die Oboe häufig mit der menschlichen Stimme gleichgesetzt wurde, so natürlich und beseelt spielte sie“ (St. Galler Tagblatt). Dabei ist sie mit ihrem Spiel „voll emotionaler Wärme“ (Kölner Stadtanzeiger) als Solistin, Kammermusikerin und im Orchester an der Seite von Künstlern wie Isabelle Faust und Kristian Bezuidenhout oder mit Ensembles wie Concerto Köln, dem Budapest Festival Orchestra und The English Concert zu erleben. Ihr Musizieren ist auf zahlreichen Aufnahmen dokumentiert. Die bei der Edition Walhall herausgegebenen „Etüden für Hoboe“, eine Sammlung originaler Übungsstücke, erfreuen sich im In- und Ausland großer Beliebtheit. Weithin mit Interesse aufgenommen wurde auch das von ihr im Corona-Jahr 2021 initiierte Projekt samt Publikation „Die Kunst und die Krise“. Clara Blessing unterrichtet bei Meisterkursen und geht erster Jurytätigkeit nach. Zudem ist sie Mitbegründerin der zamus: academy in Köln, einem Förderprogramm für besonders begabte Studierende der Alten Musik.

Anna Dmitrieva for Jumpstart foundation jr
Photo: Marco Borggreve

Anna Dmitrieva

Barockvioline

Anna Dmitrieva

Die Geigerin Anna Dmitrieva profilierte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer der gefragtesten Musiker*innen im Bereich der historischen Aufführungspraxis. Mit ihrem qualitätvollen und ausdrucksstarken Spiel begeistert sie Publikum und Fachjurys.

Sie begann ihre umfangreiche Ausbildung am Konservatorium in ihrer
Heimatstadt Sankt Petersburg (T.Liberova, I. Dzektzer, E. Sinaisky), bevor sie sich im Rahmen eines Master of Arts an der Hochschule für Musik und Tanz Köln der historisch informierten Aufführungspraxis(R.Gwilt und K.Junghänel) und Kammermusik widmete (unter H.Schoneweg, A.Spiri). Gleichzeitig genoss Anna Dmitrieva mit ihrem Ensemble Ludus Instrumentalis ein Postgraduate-Studium am Mozarteum Salzburg bei Reinhard Göbel.  Zu den Persönlichkeiten, die sie auf ihrem künstlerischen Werdegang prägten zählen u a. M.Hirasaki, D.Oberlinger.

So facettenreich wie ihre Ausbildung gestaltet sich Anna Dmitrievas künstlerisches Profil. Sie etablierte sich in den vergangenen Jahren als Solistin, Kammermusikerin und am Konzertmeisterpult (Concerto Köln, Akamus, Boulevard Baroque, Ensemble 1700 u.a.). In der vergangenen Saison hat Anna Dmitrieva als Konzertmeisterin mit Concerto Köln unter der Leitung von Kent Nagano und Jacob Lehmann romantisches Repertoire erarbeitet. 

Neben exponierten Rollen gastiert sie als Ensemblespielerin in zahlreichen exzellenten Formationen der Alten-Musik Szene (Cordevento, La Chapelle Harmonique, Compagna di Punto, Altera Pars, Il Pomo d'oro, B'rock, Musica Gloria, Collegium Musicum '23, Orchestra of the Eighteenth century u.a.). Die weit vernetzte Musikerin tritt in künstlerischen Austausch mit Koryphäen wie Valer Sabadus, Dorothee Oberlinger, Kent Nagano, Andreas Scholl, Nadja Zwiener oder Francesco Corti und konzertiert bei hochkarätigen Reihen und Festivals wie Forum Alte Musik, Tage Alter Musik Herne, Bachfest Leipzig, Festspiele Potsdam Sanssouci u.a.

In der kommenden Saison wird Anna als Konzertmeisterin in renommierten Spielstätten wie der Elbphilharmonine Hamburg, der Philharmonie Köln und dem Bachfest Leipzig auftreten.

Zu ihren Herzensprojekten gehört zweifelsfrei das von ihr mit Evgenii Sviridov mitgegründete Ensemble Ludus Instrumentalis, das bereits auf renommierte Preise (1. Preis Bach-Wettbewerb Berlin, 1. Preis Gebrüder-Graun-Wettbewerb Bad Liebenwerda, 1. Preis und Publikumspreis Alte Musik Saarbrücken u.a.) und eine thematisch wie künstlerisch ausnehmende CD-Produktion mit Kammermusik von Johann Gottlieb Goldberg beim Label Ricercar zurückblickt. Kririker betonen Perfektion, Klarheit und Transparenz der Einspielung.

In stetiger Weiterentwicklung bewegt sich die enthusiastisch-vielseitige Künstlerin im breit gefächerten Kaleidoskop der historisch informierten Aufführungspraxis von Frühbarock bis in die Romantik. Mit dem Klaviertrio Alterna errang sie 2021 den 2. Preis beim Wettbewerb Beethoven in seiner Zeit in Siegburg sowie den Sonderpreis des Beethoven-Hauses. In Kooperation mit WDR und dem Beethoven-Haus erschien 2023 die Debut-CD von dem Trio des vielversprechenden Ensembles beim Label Genuin. Neben ausgemachten Größen des Klassik-Kanons interpretierten die drei Musiker*innen
vergessene Raritäten aus Archiven und bringen dadurch wunderschöne Musikstücke zum Leben.

Die Jumpstart Jr. Foundation stellt der außergewöhnlichen Geigerin seit 2023 eine originale Violine von Camillo Camille aus dem Jahr 1743 zur Verfügung. Ihre Debüt-Solo-CD mit Werken von Ivan Khandoshkin wird 2026 beim Label Brilliant Classics veröffentlicht.

Foto: Marco Borggreve

Kai Koepp

Prof. Kai Köpp

Ensemblepraxis

Prof. Kai Köpp

Kai Köpp, seit 2010 Professor für Musikwissenschaft und Interpretationspraxis an der Hochschule der Künste Bern, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften in Bonn und Freiburg und wurde an der Universität Mozarteum Salzburg habilitiert. Dank seines parallelen Viola-Studiums an der Hochschule für Musik Freiburg und drei Jahren an der Schola Cantorum Basiliensis war er Mitglied führender Ensembles für historische Aufführungspraxis mit über 40 Einspielungen (4 Echo Klassik, 6 Diapason d’or, Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik).

Nach Stationen in Zürich und Trossingen forscht und lehrt er seit 2008 in Bern und leitet zahlreiche Drittmittelprojekte, darunter von 2011 bis 2016 als Förderungsprofessor für angewandte Interpretationsforschung des Schweizerischen Nationalfonds. Schwerpunkte dieser Forschungen bilden neue Quellensorten wie Instruktive Ausgaben, frühe Tondokumente, Notenrollen für Reproduktionsklaviere und organologische User Interfaces.

Seine Tätigkeit als Interpretationscoach ist verbunden mit zahlreichen Veröffentlichungen zur Musik- und Interpretationsgeschichte, zu Methoden der Interpretationsforschung sowie zu Bach, Beethoven, Wagner. Sein „Handbuch historische Orchesterpraxis – Barock, Klassik, Romantik“ (Kassel 2009, 2013) steht in französischer Übersetzung aktuell auf der Shortlist des „Prix du Livre France Musique 2021“. Zuletzt erschien das zusammen mit Thomas Seedorf (im Auftrag der GfM) herausgegebene Kompendium „Musik aufführen“.

Sebastian Meyer

Sebastian Meyer

Blockflötenbauer

Sebastian Meyer

Sebastian Meyer ist einer der führenden Blockflötenbauer unserer Zeit.
Nach langjähriger Ausbildung und Mitarbeit bei seinem Vater, dem legendären Blockflötenbauer Ernst Meyer (1954-2016), machte er sich 2021 mit eigener Werkstatt selbständig und lebt und arbeitet nun in Ebnat- Kappel/ Toggenburg in der Schweiz.

Auf der Grundlage der bahnbrechenden Arbeit Ernst Meyers zu Erforschung und Weiterentwicklung der grundlegenden Modelle des historischen Blockflötenbaus hat Sebastian Meyer einen eigenständigen Stil entwickelt, der die zentralen Vorbilder des Barock und Frühbarock immer wieder neu interpretiert und damit zu einem lebendigen zeitgenössischen Ausdruck der historischen Form findet.

Sein unvergleichliches Talent zur Kommunikation und zum Dialog führt dabei im persönlichen Kontakt mit allen Blockflötist:innen, die in seine Werkstatt kommen, zu individuellen Instrumenten, die auf die Spielweise der Einzelpersönlichkeit abgestimmt sind. So entsteht in seiner Werkstatt jedes Mal eine Dialogbeziehung zwischen einem Meisterinstrument nach historischen Vorbildern und dem Austausch zwischen Musiker:in und Blockflötenbauer.
Ein Instrument von Sebastian Meyer ist dadurch immer ein einzigartiger Ausdruck dieser Beziehungen.     

Nahezu alle international aktiven Blockflötensolist:innen sind mit ihm in regelmäßigem Austausch und spielen seine Instrumente in Konzerten und Aufnahmen weltweit.
In seinen Präsenzen und Workshops in den wichtigsten europäischen Hochschulklassen gibt er sein WIssen über die Beziehungen von Blockflötenbau und Interpretation an die nächste Generation professioneller Blockflötist:innen weiter.

In den nächsten Jahren ist Sebastian Meyer Mitglied des künstlerischen Forschungsteams des Projektes „Original- Kopie- Repertoire“ der Hochschulen für Musik Nürnberg und Würzburg, des Leonardo Zentrums Nürnberg und des Germanischen Nationalmuseums. Das Projekt beschäftigt sich mit digitalen Möglichkeiten zu Erforschung und Reproduktion des Nürnberger Blasinstrumentenbaus im 18. Jhdt und stellt Bezüge her zum Repertoire, das europaweit auf diesen Instrumenten gespielt wurde.

Georg Ott

Georg Ott

Restaurator für historische Tasteninstrumente

Georg Ott

Georg Ott ist Restaurator, Instrumentenbauer und Sammler historischer Tasteninstrumente.

Prof. Jeremias Schwarzer

Prof. Jeremias Schwarzer

Blockflöte

Prof. Jeremias Schwarzer
Jeremias Schwarzer übernahm 2015 die Neukonzeption und Leitung der Blockflötenausbildung an der Hochschule für Musik Nürnberg, die seitdem vom Jungstudium bis zur Meisterklasse ein innovatives und vielschichtiges Ausbildungskonzept anbietet und zahlreiche Preisträger:innen aller Altersstufen hervorgebracht hat. 
Als Blockflötist hat er sich durch seine Virtuosität und Musikalität in der Welt der alten ebenso wie der neuen Musik einen hervorragenden Namen gemacht. Große internationale Beachtung erzielte 2008 die Uraufführung von Salvatore Sciarrinos 4 Adagi für Blockflöte und Orchester mit der Filarmonica della Scala unter Daniel Harding an der Mailänder Scala. Seitdem ist Jeremias Schwarzer auf den bedeutendsten Konzertpodien zu erleben, so im Prinzregententheater München, Radialsystem V Berlin, Biennale di Venezia, Alte Oper Frankfurt, Muziekgebouw Amsterdam, Tokyo Opera City Hall, Harvard University, La Monnaie Brüssel u.a. Als Solist konzertierte er u.a. mit den Sinfonieorchestern des BR, SWR und HR, dem Konzerthausorchester Berlin, den Bamberger Symphonikern, dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester, der Akademie für Alte Musik Berlin und dem Münchener Kammerorchester. 
Neben seiner Tätigkeit an der Hochschule für Musik Nürnberg unterrichtet er außerdem im Rahmen von Meisterkursen, Vorträgen und Residenzen in Europa, den USA und Asien. Zahlreiche CD- Veröffentlichungen erschienen unter anderem bei Moeck, Genuin, Neos, Wergo, HatHut und Channel Classics.
Seit 2021 ist er künstlerischer Leiter der TRANSIENT Kulturprojekte, die sich künstlerischen Forschungen und Projekten zu Themen kreativer Ökologie widmen. 
Er ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste (EASA) seit 2024.
Ilka Seifert

Ilka Seifert

Dramaturgie und Konzertdesign

Ilka Seifert

1993-1999 war Ilka Seifert Direktorin und Dramaturgin der Neuköllner Oper Berlin, von 1999-2006 Dramaturgin an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, von 2011-2014 Kuratorin für die Sophiensaele Berlin. Seit 2006 ist sie international als freie Dramaturgin und Konzertdesignerin für die unterschiedlichsten Opern-, Konzerthäuser und Festivals, Ensembles und Veranstalter tätig.

Midori Seiler

Midori Seiler

Violine

Midori Seiler

Midori Seiler, bayerisch-japanische Tochter zweier Pianisten, wuchs in Salzburg auf. Ihre musikalische Ausbildung führte sie weiter nach Basel, London und Berlin. Sie ging bei Musikerpersönlichkeiten mit unterschiedlichsten Profilen in die Lehre: Die „modernen“ Geiger Helmut Zehetmair, Sandòr Végh, Adelina Oprean, David Takeno, und Eberhard Feltz sowie zwei Spezialisten für Alte Musik: Stephan Mai und Thomas Hengelbrock.
Als Mitglied der Akademie für Alte Musik Berlin erlebte Midori den internationalen Durchbruch des Ensembles, ab 2005 bis 2014 auch am Konzertmeisterpult. Zahlreiche CD-Einspielungen, auf denen Midori Seiler als Solistin mitgewirkt hat, sind das Ergebnis dieser fruchtbaren Zeit. Unter diesen sticht ihre Aufnahme von Vivaldis Vier Jahreszeiten besonders hervor, eine choreographische Aufführung mit dem Tänzer und Choreographen Juan Cruz de Garaio Esnaola. Der Mitschnitt dieses europaweit gefeierten Projekts ist auf DVD und CD erschienen.
Beim Orchester Anima Eterna Brügge, spezialisiert auf die historische Aufführungspraxis im Orchesterrepertoire der Klassik, Romantik und des frühen 20. Jahrhunderts, war Midori Seiler 2001 – 2014 als Konzertmeisterin beschäftigt.

Ihre umfangreiche Diskographie enthält Violinkonzerte von Mozart, Rimskij-Korsakoffs „Sheherezade“ oder ihre eigene Rekonstruktion des verschollenen Violinkonzertes von Bach BWV 1052. Von der langjährigen Zusammenarbeit mit dem belgischen Experten für Fortepiano Jos van Immerseel zeugen die Einspielungen Sämtlicher Sonaten für Violine und Klavier von Mozart, Beethoven und Schubert.
Großes Medienecho erfuhren ihre beiden Veröffentlichungen der Bachschen Solowerke: nach den Partiten für Violine Solo erschienen 2016 auch die Sonaten. Eine besonders freundschaftliche Beziehung hat Midori Seiler mit dem Ensemble Concerto Köln. Neben einer hoch gelobten Aufnahme der Violinkonzerte von Haydn erschien im Jahr 2018 ein Vivaldi Album unter dem Titel „La Venezia di Anna Maria“. Das Album erfreute sich großer Beachtung und war über mehrere Monate in den Klassik Charts vertreten.

Midori Seiler zählt zu den wenigen Spezialisten der historischen Aufführungspraxis, die sich in verschiedenen Epochen heimisch fühlen: Barocke Violinkonzerte – wie als Solistin diverser Barockensembles (Tafelmusik Orchestra Toronto, Budapest Festival Orchestra) gehören ebenso zu ihrem Repertoire wie die klassischen/romantischen Violinkonzerte von Mendelssohn und Beethoven in Zusammenarbeit mit Originalklangkörpern wie Anima Eterna, Akademie für Alte Musik und Concerto Köln. „Ich sehe in der historischen Aufführungspraxis der postbarocken Epochen ein Gebiet, welches von instrumentaler Seite auch heute noch nicht voll erschlossen ist. Das betreten dieses Gebietes ist, mit dem Erfahrungsschatz der vorausgegangenen Zeit im Gepäck, für mich besonders faszinierend.“

Im Bereich der Orchesterleitung ist sie ein gerngesehener Gast. Als Konzertmeisterin vielfältiger Projekte leitete sie u.a. das Budapest Festival Orchester oder die Kammerphilharmonie Bremen und veranstaltet Workshops für Orchester, die ihre Kenntnisse in der Spielart der historischen Aufführungspraxis vertiefen wollen (u.a. Sinfonieorchester Basel, NDR Hamburg, Staatsoper Hamburg). Zu ihren Kammermusikpartner zählen Christian Rieger, Jaap ter Linden, Kristian Bezuidenhoud und Andreas Staier.

2015 erhielt Midori Seiler den Sächsischen Mozartpreis, mit welchem „ihr verantwortungsvoll wahrgenommenes künstlerisches und pädagogisches Wirken um das Werk Wolfgang Amadé Mozarts“ gewürdigt wurde.
2016 veröffentlichte der G. Henle Verlag eine Library-App, u.a. mit der digitalen Ausgabe sämtlicher Werke für Violine von Johann Sebastian Bach. Die Nutzer können hier die eigens editierten Fingersatz- Bogenstreicheinrichtungen von Midori Seiler dazu schalten.

Die Künstlerin ist eine passionierte Pädagogin: Sie gab Meisterkurse u. A. am Konservatorium Zürich, Brügge, Antwerpen, Weimar, Stuttgart, Innsbruck und Verona, sowie als Dozentin der Villa Musica Rheinland-Pfalz. Nachdem sie als Professorin für Barockvioline an den Musikhochschulen in Weimar und Salzburg tätig war, unterrichtet sie seit 2020 an der Folkwang Universität der Künste Essen. Regelmäßig ist sie zu Gast in der Musikhochschule Köln für Kammermusik (Schwerpunkt historische Aufführungspraxis). „Beim Unterrichten geht es mir um Entfaltung. Als Lehrerin widme ich mich der musikalischen Eigenverantwortlichkeit der Studenten und gewinne selbst dabei.“

Seit 2016 ist Midori Seiler die künstlerische Leiterin des BachCollektivs der Köthener Bachfesttage. Jedes Jahr feiert sie größere Erfolge mit diesem Ensemble, das aus 18 Musikern aus 12 Nationen besteht und die berühmte Köthener Hofkapelle zu Bachs Zeiten als Vorbild hat. Ihre Experimentierfreude mit ungewöhnlichen Konzertformaten ließ Zusammenschlüsse mit zeitgenössischem Tanz, elektronischer Musik und choreographiertem Spiel entstehen: gemeinsam erarbeitete sie mit Choreograph Juan Kruz de Garaio Esnaola die Bachschen Sonaten für Violine solo mit zwei Tänzern.

Folkert Uhde

Folkert Uhde

Dramaturgie und Konzertdesign

Folkert Uhde

Folkert Uhde hat für seine künstlerische Arbeit den Begriff Konzertdesign entwickelt und als Theorie im Diskurs über neue Konzertformate Klassischer Musik etabliert. Er ist Intendant der Köthener Bachfesttage und gemeinsam mit Hans-Joachim Gögl Erfinder und künstlerischer Leiter der Montforter Zwischentöne in Feldkirch/Vorarlberg. Im Kontext der Montforter Zwischentöne entstand auch der Studierenden-Wettbewerb HUGO für neue Konzertdramaturgien. Eigene künstlerische Projekte zwischen Konzertdesign, Regie und Video sind international präsent.

Neben der künstlerisch-konzeptionellen Arbeit ist in den letzten Jahren auch das Thema Regionalentwicklung durch Kultur immer zentraler geworden.

Folkert Uhde unterrichtet an verschiedenen Hochschulen und Universitäten und berät Institutionen zu künstlerischen und strategischen Zukunftsthemen. Außerdem ist er einer der Mentoren im Programm Concert21 der Hamburger Alfred Töpfer Stiftung. 2022 wählte ihn die Deutsche Hochschulrektorenkonferenz zum Künstlerischen Berater für den Wettbewerb D-bü für innovative Konzertformate.

Als Künstlerischer Leiter des internationalen Forschungsprojekts Experimental Concert Research untersucht er mit einem interdisziplinärem Team das Konzerterlebnis aus der Perspektive der Besuchenden.

2009 wurde er für seinen innovativen Ansatz im Zusammenhang mit dem Berliner Radialsystem zum „Kulturmanager des Jahres“ gewählt. Gemeinsam mit Jochen Sandig ist er Gründer des Radialsystems und bis heute Gesellschafter. Dort entstand auch u.a. der Gründungsimpuls für die Koalition der Freien Szene Berlin, die inzwischen bundesweit nachgeahmt wurde. Im Radialsystem wurde auch die Musik-Show "Dasch-Salon" für 3SAT aufgezeichnet sowie der Konzertfilm "4 Elemente" für ARTE, beide von Folkert Uhde entwickelt und produziert.

Von 1997 bis 2008 betrieb Folkert Uhde die Konzertagentur Uhde & Harckensee Musikmanagement, davor arbeitete er u.a. als Projektmanager, Barockgeiger und Techniker.
In dieser Zeit war er für das internationale Management der Akademie für Alte Musik Berlin verantwortlich. 2002 – 2008 konzipierte er für das Konzerthaus Berlin die Biennale Zeitfenster – Festival für Alte Musik. Von 2013 bis 2018 leitete er das Musikfest ION, in dessen Rahmen zwei große Fernsehproduktionen mit dem Bayerischen Rundfunk entstanden.

Ehrenamtlich engagiert sich Folkert Uhde für die Regionalentwicklung in Köthen und die Region im Projekt Trafo – Modelle für Kultur im Wandel der Kulturstiftung des Bundes. Außerdem ist er Stiftungsratsmitglied der Kunststiftung Sachsen-Anhalt und der Radial Stiftung.

Prof. Ralf Waldner

Prof. Ralf Waldner

Cembalo

Prof. Ralf Waldner​

Der in Ellwangen an der Jagst geborene Musiker studierte Cembalo und historische Aufführungspraxis in Leipzig, Nürnberg und Hannover, wobei Zvi Meniker (historische Tasteninstrumente), Oscar Milani (Cembalo und Fortepiano), Peter Thalheimer (Aufführungspraxis) sowie Bernward Lohr (Generalbass) zu seinen Lehrern zählten. 2006 schloß er seine Studien an der Hochschule für Musik Nürnberg mit dem Solistenexamen ab. Seitdem verfolgt Ralf Waldner eine internationale Konzerttätigkeit auf sämtlichen historischen Tasteninstrumenten wie Cembalo, Clavichord und Hammerflügel.

Sein umfangreiches Repertoire erstreckt sich von früher Tastenmusik über die Werke Bachs und Scarlattis, sowie Musik der französischen Clavecinisten bis hin zu Uraufführungen von zeitgenössischen Cembalowerken, die speziell für ihn komponiert wurden. Darüber hinaus gilt sein besonderes Interesse dem Clavichord und dessen mannigfaltiger Literatur.

Als gesuchter Solist, Begleiter und Kammermusikpartner konzertiert Ralf Waldner regelmäßig mit renommierten Ensembles und Klangkörpern wie Musica Alta Ripa, L´Arpa Festante, Arte Mandoline, Ars Musica Zürich sowie den Nürnberger Symphonikern.

Rundfunkaufnahmen entstanden beim WDR, SWR und BR; CD- Produktionen erschienen u.a. bei den Labels Deutsche Harmonia Mundi, TYXart und MDG.

Neben seiner Professur in Würzburg ist Ralf Waldner Dozent an der Musikhochschule Nürnberg und unterrichtet regelmäßig im Rahmen von internationalen Meisterkursen.